Der Biohof Basta im Oderbruch ist eine basisdemokratisch organisierte Versorgungsgemeinschaft nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft (kurz CSA, von Community Supported Agriculture). Die Gemeinschaft besteht aus der Hofgruppe, die seit Anfang 2013 neun Hektar Land nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet und der Stadtgruppe von ca. 300 Berliner*innen, die von den Erzeugnissen des Hofes profitiert.

CSA (Community Supported Agriculture) oder solidarische Landwirtschaft im Verständnis von Basta bedeutet:

    Kleinbäuerliche ökologische Landwirtschaft jenseits von Marktgesetzen durch feste finanzielle Zusagen und aktive Mitarbeit der Stadtgruppe.

    Solidarische Finanzierung und basisdemokratische Entscheidungsstrukturen.

    Regenerative Landwirtschaft, die mittels Fruchtfolge, natürlicher Gründüngung und minimalem Einsatz von Maschinen zu Bodenerhalt und -verbesserung beiträgt.

    Naturnahe Landwirtschaft, welche durch die Belassung natürlicher Biotope auf dem Hofgelände Alternativen zur Ödnis der großflächigen Monokulturen des Oderbruchs aufzeigt.

    Diversitätsorientierte Landwirtschaft, die zum Erhalt alter und bedrohter Sorten jenseits von Effizienzzwängen beiträgt.

    Umweltbildende Landwirtschaft, die Zugang zu landwirtschaftlichen Zyklen, Regionalität und Saisonalität ermöglicht.

Die Hofgruppe besteht zur Zeit aus fünf Personen, die sich als Arbeits- und Wohngemeinschaft verstehen: Wir übernehmen gemeinsam die Verantwortung für die Landwirtschaft und treffen die anstehenden Entscheidungen auf Konsens-Basis. Auf den Flächen wachsen vor allem Gemüse (über 50 Kulturen) und Kartoffeln (6 Sorten) sowie Kräuter. Außerdem bauen wir Phacelia-Blühstreifen, Buchweizen, Waldstaudenroggen und etwas Hafer sowie Luzerne-Rotklee-Gras zur Gründüngung und Heunutzung an. In diesem Jahr (2015) haben wir auch zum ersten Mal auch Weizen angebaut. Dadurch erhält die Stadtgruppe nun auch Vollkornmehl, Weizenflocken (wie Haferflocken) und – durch eine Kooperation mit einem Back-Kollektiv – auch Brot. Wir betreiben zur Zeit keine Tierhaltung (außer Bienen).

Im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft findet keine Vermarktung im eigentlichen Sinne statt. Die gesamte Erzeugung wird in 100 Ernteanteile geteilt und jeden Donnerstag an zwei Abholorte in Berlin an eine stabile Abnehmer*innengruppe geliefert. Hinter einem Enteanteil steckt manchmal eine Familie, manchmal eine WG, und so sind es um die 300 Menschen, die an der Versorgungsgemeinschaft teilnehmen und das Gemüse über das ganzes Jahr essen. Es werden keine zusätzlichen Produkte zugekauft.

Die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion als auch der Instandsetzung einiger Hofbereiche werden von der Versorgungsgemeinschaft getragen. Es wird jährlich ein Finanzplan erstellt, der die voraussichtlichen Ausgaben beinhaltet. Jedes Mitglied der Gemeinschaft übernimmt entsprechend der eigenen Möglichkeiten einen Teil der Kosten, den es monatlich über das ganze Jahr auf das Hofkonto überweist. Dieser Betrag wird vor Saisonsanfang verbindlich zugesagt und ist absolut abgekoppelt von der Gemüsemenge, die über die Saison tatsächlich geliefert werden kann. Somit werden keine landwirtschaftlichen Erzeugnisse gehandelt, sondern die Landwirtschaft als Ganzes wird finanziert.

Die Menschen in der Stadt übernehmen einen Teil der Kommunikationsarbeit und sind ausserdem eingeladen (aber nicht gezwungen), regelmässig zum Hof zu kommen und auch im Garten mitzuhelfen. Dadurch werden einige der intensivsten Arbeitszeiten – vor allem die Pflanz-und Erntezeit – auch zu sozialen Momenten, die mit viel persönlichem Kontakt und Ideentausch, dafür aber mit wenig Maschinenansatz verlaufen. Der intensive Kontakt mit der Hofrealität schafft ausserdem in der Stadt ein Bewusstsein für die Probleme und die Bedeutung einer ökologischen bäuerlichen Landwirtschaft.

CSA Hof Basta ist ein regional eingebundener Biobetrieb, der über die Lebensmittelerzeugung für die Stadtgruppe hinaus vieles für sein Umfeld leistet:

    ökologisch: kleine Feldschläge mit großer Vielfalt, Fruchtfolge mit mehrjähriger Gründüngung. Gleich nach dem Kauf ist die Pflanzung einer 480m langen und 9m breiten Schutzhecke um die Anbauflächen vorgesehen.

    sozial: junge Betriebsgemeinschaft, neue Form des miteinander Wirtschaftens zwischen Stadt und Land, lebendige Mitentscheidungs- und Mitarbeitsmöglichkeiten.

    kulturell: Regelmäßige Hofführungen mit Erläuterung des Anbaus und des Prinzips der Solidarischen Landwirtschaft. Schulklassen und Studierendengruppen sind regelmäßig zu Gast. Es entstehen auch Räume für weitergehende Bildungsarbeit: z.B. Heilkräuterseminar, Clowns-Workshop…